Deutschland noch vielfältiger: Fehlende Schritte für die Stärkung der Demokratie

Das Statistische Bundesamt teilte mit, dass fast jeder Vierte in Deutschland einen Migrationshintergrund hat. Dazu erklärt der Bundeszuwanderungs-und Integrationsrat (BZI):
„Die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund ist im Vergleich zum Vorjahr um 4,4 Prozent gestiegen und macht damit 23,4 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Das teilte gestern das Statistische Bundesamt mit. Ein wichtiger Fakt aus den Ergebnissen der Mikrozensus ist, dass nur die Hälfte der 19,3 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund einen deutschen Pass besitzt. Nicht ohne Grund ist Deutschland im europäischen Vergleich bei Einbürgerungen seit Jahren ein Hinterbänkler. Das bedeutet aber auch, dass ein Großteil der Bevölkerung von parlamentarischen Wahlen ausgeschlossen ist, sei es auf kommunaler und Landesebene oder bei den Bundestagswahlen. Wir fordern eine erleichterte Einbürgerung, die Hinnahme von Mehrstaatigkeit, kommunales Wahlrecht für Drittstaatsangehörige und ein modernes, tragfähiges Einwanderungsgesetz. Das sind notwendige Schritte zur Stärkung unserer Demokratie.
Laut den Ergebnissen wird in 2,5 Millionen Haushalten vorwiegend eine nicht-deutsche Sprache gesprochen. Diese Mehrsprachigkeit ist eine wichtige Ressource in einer globalisierten Welt, die zu schätzen und zu fördern ist. Wir plädieren daher für eine gesellschaftliche Wertschätzung der Mehrsprachigkeit.“