Bundeszuwanderungs- und Integrationsrat (BZI)

Dialog mit Jugendvertreter*innen der Migranten(dach)organisationen

Am 4. November 2019 fand im Bundeskanzleramt der Dialog mit Jugendvertreter*innen der Migranten(dach)organisationen statt. Hierzu hatte die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Frau Widmann-Mauz, auch unsere stellvertretende Vorsitzende Didem Karabulut eingeladen.

Frau Karabulut berichtet von der Veranstaltung: “Frau Widmann-Mauz findet es erstaunlich, dass so wenig von Jugendlichen mit Migrationshintergrund bekannt ist, obwohl fast über 25% der deutschen Gesellschaft einen Migrationshintergrund hat. Entsprechend ist es für sie ein Anliegen, ihre Zugehörigkeit zu stärken. Deshalb hat sie unterschiedliche Jugendvertreter*innen zum Dialog eingeladen, weitere werden folgen. Sie fragt, ob es eine angemessenere Begrifflichkeit als den sperrigen Begriff „Migrationshintergrund“ braucht? Die Vertreter*nnen sind sich einig, dass „Migrationshintergrund“ negativ konnotiert ist. Dieses Bild muss sich ändern! Ein Jugendvertreter meint, dass doch „Migrations-bonus“ als Wort positiv und selbsterklärend ist.”

Als BZI finden wir: Gelingendes demokratisches Leben in unserem Einwanderungsland ist auf die politische Partizipation der jüngeren Generation angewiesen. Diese muss unterstützt und gezielt gefördert werden. Wir – in unserer Vielfalt und Unterschiedlichkeit – müssen sichtbar werden in der Politik, in der Öffentlichkeit – insbesondere in den Medien – und in der Verwaltung. Nur dadurch kann sich die Gesellschaft gesund weiterentwickeln und im demokratischen Sinne repräsentiert werden. Es kann nicht sein, dass Deutsche mit Migrationshintergrund als bloße Quotenmenschen ein politisches Amt für eine Saison bekleiden, um Parteien medial in ihrem Erscheinungsbild zu bereichern, um politische Toleranz und Weltoffenheit zu propagieren.
Wo kann angefangen werden? Deutsche mit Migrationshintergrund haben viel mehr zu bieten als nur Integrations- und Migrationsinhalte! Warum interviewen aus unseren Steuern finanzierte Fernsehformate Deutsche mit Migrationshintergrund nicht zum Finanzwesen oder Wirtschaftswesen oder zur Gesundheitsreform? Wenn das passiert, dann gibt es keinen Unterschied und niemand muss sich erklären und beweisen und wird auf ein „Randthema“ reduziert.

Wir danken für die Einladung und freuen uns, im Gespräch zu diesem wichtigen Thema zu bleiben!