Bundeszuwanderungs- und Integrationsrat (BZI)

Weltfrauentag – Vielfältige Frauenstimmen braucht unsere Demokratie!

Die Ungleichheiten sind weder unsichtbar, noch sind sie unüberwindbar. Die Lösung liegt in einer starken Demokratie mit vielfältigen Frauenstimmen!
Anlässlich des Weltfrauentags am 8. März erklärt Memet Kilic, Vorsitzender des Bundeszuwanderungs- und Integrationsrats (BZI):

Am 8. März, zum Weltfrauentag, blicken wir auf die unzähligen Erfolge der Frauenrechtsbewegung zurück. Gleichwohl liegt noch ein langer Weg zur Gleichberechtigung vor uns: In den Parlamenten der Länder und im Deutschen Bundestag sind Frauen stark unterrepräsentiert, sie besetzen nur ein Drittel der Sitze.

„Repräsentation hält eine besondere Gestaltungsmacht inne, da ist es nicht erstaunlich, dass der deutsche männerdominierte Arbeitsmarkt den Frauen diverse Barrieren aufstellt. Seien es geschlechtsspezifischer Lohngefälle, Ungleichheiten bei der häufig unbezahlten Sorgearbeit oder die Hürden für die Karrierewege der Frauen zu den oberen Führungspositionen und den Aufsichtsgremien. Als Konsequenz garantieren wir uns als Land, einen Stammplatz unter den Schlusslichtern, was die Gleichstellung im europäischen Vergleich angeht“ sagt Memet Kilic.

Die Corona-Krise hat die Ungleichheiten noch drastischer vor Augen geführt. Einkommenseinbußen durch Jobverlust, Kurzarbeit oder Freistellungen haben Frauen am härtesten getroffen. Frauen in den sog. systemrelevanten Branchen, die ununterbrochen weitergearbeitet haben standen wiederum verstärkt unter der Belastung, den Spagat zwischen Beruf und unbezahlte familiärer Sorgearbeit zu meistern. „Strukturelle Ungleichheiten in unserer Gesellschaft betreffen alle Frauen, aber noch massiver ist die Ungleichheit im Hinblick auf geflüchteten Frauen und Migrantinnen, da sich die Ungleichheitsstrukturen überlappen“, hebt Kilic hervor und erklärt, dass diese Gruppe der Frauen, neben den Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt auch mit (Alltags-)Rassismus zu kämpfen hat.

„Seit Jahrzehnten schleppen wir diese Missstände vor uns her – die Barrieren sind weder unsichtbar, noch sind sie unüberwindbar! Nur mit gutem Willen oder einer Frau im Kanzleramt gelingt uns die Gleichstellung aber nicht – weder heute, noch in Zukunft. Wir müssen neue Wege beschreiten und Gleichstellung mit Leben füllen.“ Wie dieser Weg aussieht, erklärt Kilic so: “Es braucht die vielfältigen Perspektiven und Erfahrungen aller Frauenstimmen Deutschlands – auf allen gesellschaftlichen Ebenen. Es braucht eine inklusive Teilhabekultur, die insbesondere auch Frauen mit Migrationsgeschichte, Fluchterfahrung und welche, die so gelesen werden, mehr Chancen einräumt. Demokratie lebt von Teilhabe und Teilhabe gelingt durch Gleichstellung – in der Politik, am Arbeitsplatz und in der Familie! Wir, als BZI, fordern einen diversitätssensiblen und demokratischen Ansatz im Kampf gegen strukturelle Ungleichheiten für Frauen.”

Aktionshinweis des Bundeszuwanderungs- und Integrationsrat (BZI) zum Weltfrauentag:
Mit seiner Online-Aktion „Vielfältige Frauenstimmen Deutschlands“ macht der BZI die Vielfalt der Gesichter, Lebensentwürfe und Ideale, die die Frauen in der Migrationsgesellschaft Deutschland haben, sichtbar. Frauen werden dazu aufgerufen, mit individuellen Zitaten ihre „Botschaft der Vielfalt zum Weltfrauentag in der Migrationsgesellschaft Deutschland“ mitzuteilen, die bis zum 15.03.2021 auf den Sozialen Medien Kanäle des BZI geteilt werden. Bisherige Beiträge und die Teilnahmeinformationen finden sich auch auf der BZI-Website.

 

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